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Die Greifenbanner

Es wehen die Fahnen zum Greifen

Bereits im 14. Jahrhundert als die Gesellschaftsbrüder zum Wachtdienst und Musterung aufgefordert wurden, besass der Greifen ein Banner, aber erst im 16. Jahrhundert ist eine Erwähnung und Beschreibung aus den vorhandenen Dokumenten nachweisbar.

Man schrieb im Protokollbuch mit Datum des 6. Februar 1582 folgende Notiz:

„ein wyss und blau Fendlin gemacht zu lob und ehren einer ehrsamen Gesellschaft zu dem Gryffen“ dies unter Obristmeister und damaligen Schultheiss Kleinbasels, Hans Pfannenschmidt, (gest. 1592) der im Hause zum Paradies, an der Rebgasse wohnte.
Er und seine Vorgesetzten:

Thomas Gürtler Eintritt z. Greifen 1565
Jacob Jsenflamm Eintritt z. Greifen 1569
Oswald Syff Eintritt z. Greifen 1574

bestellten, samt einer dazu passenden „Fahnenlade“ diese Banner. Beide Stücke kosteten 35 Pfund. Von diesem Banner ist nichts mehr erhalten.

Dass im 17. Jahrhundert auch Banner vorhanden waren, ist unbestritten, doch erwähnen Protokolle und Rechnungsbücher nichts davon. Hingegen musste im Jahre 1700 und 1702 eine Fahne repariert werden, die man dem Schneider Hans Michael Längweiler übergab der im sogenannten „unteren Quartier“ im Gesellschaftshaus, an der heutigen Greifengasse 31, wohnte. In den 1930-er Jahren wurde eine Chronik von Joh. Heinrich Bieler gefunden. Der Chronist erwähnt unter der Eintragung vom Jahre 1767, dass der
Greifen in jener Zeit das sehr ehrenwerte und historische Banner von 1667 bei den Umzügen entfaltete. Wir haben somit, dank dieser Notiz, ein sicheres Datum eines Banners. Da Bieler aber seine Angaben nur bis zum Jahre 1772 notierte und bald darauf starb, konnte er nicht mehr das neue Banner von 1774 in seiner Chronik erwähnen.

Laut Protokollbuch I von 1774 machte Obristmeister Emanuel Brenner, geb. 1718 gest. 1789, Sohn des Johann Brenner - Stupanus, dem Greifen - Vorstand das Angebot eine neue Fahne zu schenken falls vor dem Ehrenhaus (Gesellschaftshaus) eine Laterne angebracht werde.

Das Geschenk wurde angenommen und bei dieser Gelegenheit ein kleines Mahl abgehalten, an welchem auch die Gesellschaftsbrüder teilnehmen durften. Dazu erhielt die Magd von Obristmeister Emanuel Brenner, welche die Fahne überreichte, ein Geschenk von 2 Guldentalern. Das Banner befindet sich seit 1895 im Hist. Museum.

Im Jahre 1789 als Achilles Miville und Joh. Rud. Steiger Obristmeister waren schenkte am 21. Juli 1789 Mitmeister Frank Luca Linder eine neue Fahne. Das messing-versilberte und mit dem Greif gravierte Spiesseisen schenkte hiezu sein Schwager, Obristmeister Hieronymus Jselin. Die Fahne war aus Seidentafft mit

durchgehendem weissen Kreuz. 4 Felder weiss und blau geflammt. In der Mitte aus farbiger Seide teilweise gestickt, umrahmt von grünem Kranz mit 4 weissen und gelben Blumen, in ovalem Medaillon auf blauer Seide das Wappen der Gesellschaft. Dazu ein goldfarbener schreitender Greif mit weisser Mähne einen Kranz haltend. Unter dem Greif, umrahmt von gesticktem braunem Kränzlein die Inschrift:

„Auf denTag Kaiser Heinrich verehrte diese Andenken
Herr Franz Linder
Mitmeister dieser Gesellschaft 1789“

Das Banner verfertigte Schneidermeister Emanuel Schnäbelin, Ratsherr zu Schneidern. Die Masse waren 2,16 m hoch, 2,06 m breit. Die Stange war 3,26 m lang.

Als die Fahne vom Vorstand mit Dank angenommen wurde, bemerkte der Schreiber noch
„der Allerhöchste wolle dieselbe in allem Wohlsein bis in das spätigste Alter erhalten.“

Die Fahne ist noch erhalten. Sie wurde anno 1895 dem Hist. Museum zur Aufbewahrung übergeben und befindet sich heute noch dort. Gemäss Hinweis vom Altvorgesetzten und Altspielchef Fille Lehr wurden beim Saalumbau der Messe Schweiz im Hauptgebäude drei Gesellschaftsbanner gefunden welche seit Jahren, reserviert für das „Gryffemähli“, dort deponiert waren. Ab 1963 fand das Mähli in der Mustermesse statt. Gemäss Angaben und Recherchen dürften die Banner aus dem Jahre 1899 stammen.
Das erbärmlich lädierte Greifenfragment wurde dem damaligen Meister Arnold Schneider übergeben. Was danach damit geschah, ist unbekannt. Periodisch wurden danach weitere Fahnen angeschaft.Im Archiv der Drei Ehrengesellschaften befinden sich Fahnen aus den Jahren 1933, 1961 und 1983 die letzte auf der Fahne datierte Anschaffung geht auf das Jahr 1994 zurück.

Erwin Hensch
Webmaster der Drei Ehrengesellschaften Kleinbasels

Quellenhinweis: Staatarchiv Basel-Stadt Sign. A13. Fahnenbuch.
Fotos: aus Fahnen der Schweiz und Hensch Erwin, Privatarchiv.