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Der Hären-Meisterkranz

Die Sitte, sich bei festlichen Anlässen zu schmücken und das Haupt zu bekränzen ist sehr alt. Es sei an die Siegerkränze erinnert. Noch heute wird z.B. den Schützen- oder Schwingerkönigen etc. das Haupt mit Lorbeerkränzen geschmückt. Auch die Würdenträger der alten Römer bekränzten ihr Haupt mit einem Lorbeerkranz. Das Mittelalter folgte den Traditionen des Altertums. Die natürlichen Blumenkränze wurden im Laufe der Zeit durch künstliche ersetzt. Das gleiche machten die Meisterkränze der Basler Zünfte und Gesellschaften durch. Anfänglich wurden die neu gewählten Meister mit Blumenkränzen geschmückt. Ab Mitte des 17. Jahrh. wurden diese durch dauerhafteres Material ersetzt. So entstanden im Laufe der Zeit die kostbareren Meisterkränze aus Silber und Gold. Fälschlicherweise werden diese Kränze auch Kronen genannt. Jedoch ist diese Bezeichnung aus den vorerwähnten Gründen falsch, da es sich um eine Bekränzung handelt.

Zu den vielen Schenkungen welche im Laufe des 17. Jahrhunderts in den drei Gesellschaften gemacht wurden, kam auf Ende des Jahrhunderts der Meisterkranz der Ehrengesellschaft zur Hären dazu, der am 16. Januar 1696 durch folgende Stifter der Gesellschaft überreicht wurde:
Dieser Silbervergoldete mit Verzierungen geschmückte Kranz kreierte Goldschmied und Ratsherr zu Hausgenossen, Gregorius Brandmüller I (geb. 1621) wozu ihm an die Kosten von der Gesellschaft ein Kelchbecher mit 4 Wappen auf dem Fuss eingraviert im Gewicht von 20 Loth = 300 gr.ein glatter Becher mit 4 Schildern, welcher 1582 Jost Dürst, Paul Zirkel,Hans Martin und Hans Deubünger schenkten. Dieser Becher hatte ein ein hoher Kelchbecher mit dem Härenwappen verziert. Gesamtgewicht 14 Loth = 205 gr. übergeben wurden.

Leider wurde an der Vorgesetztensitzung vom 12. Juni 1849 beschlossen diesen Meisterkranz sowie 34 andere Stücke, meistens verschiedene Löffel, dem Goldschmied Ulrich Schalch zum Einschmelzen zu übergeben, um daraus neue Bestecke zu machen. Die Vorgesetzten welche dies anordneten waren Ratherr Münch, Obristmeister Lotz und Schreiber Schaffner.
Der Kranz wog 55 Loth = 800 gr. Er war demnach schwerer als der Meisterkranz der Webernzunft welcher ein Gewicht von 46 Loth = 670 gr. hatte. Es war zur damaligen Zeit nichts Aussergewöhnliches solche Schätze zu verkaufen. Fast in allen Zünften wurde solches Besitztum als stille Reserve betrachtet und musste bei Neuanschaffungen oder Bauten herhalten. Leider gingen in den vergangenen Jahren dermassen viel Schmuckstücke verloren, welche heute einen enormen Schatz darstellen würden und den Reichtum der Drei Ehrengesellschaften Kleinbasels stark vermehrt hätten.

Erwin Hensch
Webmaster der Drei Ehrengesellschaften Kleinbasels

Quellennachweis: Staatsarchiv Basel-Stadt, Zunftarchiv
Bildnachweis: Wappenbuch I und II der Ehrengesellschaft zur Hären
Fotos der Wappen:Erwin Hensch