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Die Härenbanner

Die Banner der E. Gesellschaft zur Hären

Die ältesten Aufzeichnungen über die Banner der E. Gesellschaft zur Hären gehen in das Jahr 1577 zurück. Die Härenvorgesetzten beschlossen angeregt durch das Beispiel der Grossbaslerzünfte auch ein „Fähnlein“ anzuschaffen, wozu die Gesellschaftsbrüder die Summe von 23 Pfund 9 Schilling und 2 Pfennig zusammensteuerten. Es stachen folgende Donatoren hervor: Prof. Dr. jur. Basilius Amerbach, Schultheiss Hieronymus Sulger, der Säger Ulrich Merian und Obervogt zu Riehen Obristmeister Jost Dürst, der Bäcker.

Zur Herstellung des Banners brauchte es 30 Ellen roter und 10 Ellen weisser Seidentaft der Chr. Burckhardt lieferte. Ebenso Stickseide, Nähseide und Seidenband. Sebastian Lormann, der Schneider setzte den Stoff zusammen. Hans Junkermann, der Waffenschmied gab das vergoldete Spiesseisen, während  Klaus Schott, der Tischmacher eine Fahnenlade aus Lindenholz schenkte wozu Joseph Schütz, der Schlosser, das Beschläg lieferte. Die Gesamtkosten betrugen 21 Pfund 10 Schilling und 1 Pfennig.

Im Jahre 1598 schenkten 73 Gönner ein Vorstadtbanner mit weissem Schweizerkreuz und einer „Häre“ Zitat: „Alles aus gutem Taffet gemacht“.

Gönner dieses Banners waren:

Meister Jörg Jeuchdenhammer (geb. 1563 gest. 1606), Hufschmied und Ratsherr,
Meister Max Huber (geb.1555 gest. 1609), Goldschmied und Grossrat,
Hans Jakob Gernler (geb. 1553 gest. 1632), Stadtschreiber Kleinbasel und
Sebastian Spörlin (geb. 1560 gest. 1644), Schreiber und Bürgermeister.

Zitat aus dem Protokollbuch:

„Sie wendeten zusammen 37 Pfund und 5 Schilling für das Banner auf. Von Christoph Peyer und Chr. Imhof bezog man 45 Ellen roten und 1,5 Ellen gelben Taffet, Ebenso Schnüre und Fransen. Während Hans Christ das Kreuz in das „Fähnlein“ und Walter Merian die Stange und das Spiesseisen dazu stifteten. Die Totalkosten betrugen 26 Pfund, 19 Schilling und 9 Pfennig sodass aus dem Fahnenfond noch etwas übrig blieb, woraus ein neues schwarzes Bahrtuch (Sargtuch) bestellt wurde, welches Bonifacius Bartenschlag zu 9 Pfund, 8 Schilling und 2 Pfennig verfertigte. Auf dem Bahrtuch (Sargtuch) war vermutlich das Härenwappen eingearbeitet. Der Stubenknecht lieh das Tuch zu Begräbnissen von Gesellschaftsbrüdern aus.“

Anno 1620 vereinigten sich 93 Donatoren aus Gross- und Kleinbasel welche im ganzen 68 Pfund, 16 Schilling, und 8 Pfennig zusammenbrachten und daraus ein neues Banner der Gesellschaft schenkten. Leider fehlt jegliche Beschreibung wie diese Stück aussah und was dazu gebraucht wurde.

1630 kam der Fähnrich Hans Fetzer, Sohn des Sebastian Fetzer, Küblermeister im Kleinbasel, aus dänischen Diensten zurück und brachte eine weiss / rote Fahne mit. Oben ein weisses Kreuz und in der Mitte ein Röslein. Diese Fahne sollen Rittmeister und Hauptmann Franz Beck sowie Niclaus Imhof Hauptmann (geb. 1590 gest. 1631) zusätzlich zum Härenwappen getragen haben.  Dieses Banner stammt von Oberst Franz Jakob Beck (geb. 1511 gest. 1628), Sohn des Ratsherrn Jakob Beck, Stadthauptmann im Kleinbasel. Von Jakobs Söhnen nahmen zwei fremde Kriegsdienste an, Franz in Dänemark und Hieronymus in Frankreich, Letzterer verheiratete sich in Basel. Sein Enkel der spätere Rotgerber, Johann Rudolf wurde Obristmeister zur Hären. Wie das oft bei fremden Regimentern der Fall war, trug das Banner auch die Farben oder das Wappen des Inhabers, in Diesem Fall vorerst das dänische Wappen und Mitten im Fahnentuch das private Wappen von Franz Beck in rot eine weisse Rose. Nach dem Tod des Inhabers, er starb in Kopenhagen am 21.4.1628 wurde das Regiment aufgelöst und sein Fähnrich Hans Fetzer wurde entlassen.

Am 2. Mai 1735 überreichte Mitmeister Abraham Märcklin, der Kübler, welcher anno 1697 in die Gesellschaft eintrat, dem Vorstand ein neues Banner. Die Schenkung ist im Protokollbuch mit folgender Bemerkung eingetragen:

„Als haben ihm seine Hochgeehrten Herrn Collega zu seiner Dankbarkeit und Honorantz alljährlich auf den neuen Jahrstag für sin Leben lang 3 Pfund zu erkenntlichkeyt dargegen zu geben und soll Herr Märcklin am selbigen Tag gastfrey gehalten seyn.“

Wie das Banner aussah ist nicht vermerkt. Es ist auch nicht mehr vorhanden. In der folgenden Zeit ist kein Hinweis über ein Banner und etwelche Donatoren in den Archivalien erwähnt.

Aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhundert befand sich im Archiv der Drei Ehrengesellschaften anno 1930 noch ein Fragment eines Härenbanners aus Seidenstoff mit durchgehendem weissem Kreuz. 4 Felder Rot und weiss geflammt, mit einigen aus Seide gestickten Resten einen wilden Mann darstellend. Das nicht mehr erhaltene Wappen war mit einem Kranz aus Lorbeerblättern und Blumen umrahmt. Auf der einen Kreuztraverse standen die mit gelbem Seidenstoff eingenähten Worte einer Devise „…hält Freyheit“. Vermutlich ganze Formulierung: „Einigkeit erhält Freiheit“.

Die Spitze war damals bereits verschollen. Die Grösse des Banners war gemäss Archivalien 2.3 m Hoch und 2.9 m Lang. Also ein aussergewöhnliches Fahnentuch. Der Neupreis konnte nicht ermittelt werden. Anno 1827 wurde dieses Stück durch Schneidermeister Heusler repariert. In seiner Rechnung vermerkte er, dass er hiezu roten und weissen Seidenstoff gebrauchte, verschiedene Buchstaben heraustrennte und wieder neu einsetzte. Auch den Bart des wilden Mannes stopfte er zusammen. Die Reparatur kostete Fr. 21.00.

Wo sich nun dieses Fragment befindet  oder ob es noch existiert ist unbekannt.

Interimsfahnen
Da es stets Usus war am Tage des jährlichen Gesellschaftsessens alle drei Fahnen am Gesellschaftshaus von morgens früh bis spät in die Nacht auszuhängen und somit die seidenen kostbaren Fahnen jedem Wetter ausgesetzt waren, entschloss man sich zu diesem Zweck gemalte aus Baumwolltuch gefertigte Interimsfahnen anzuschaffen. Die erste Serie wurde vom Dekorationsmaler Samuel Baumgartner im Jahre 1887 geliefert und eine andere Serie im Jahre 1898, welche auf Baumwollstoff durch C. Roschet gemalt wurde. Die Kosten der letzten Serie betrugen Fr. 480.00. Die Fahnenspitzen enthielten jeweils das ausgeschnittene Ehrenzeichen.

 Im Archiv der Drei Ehrengesellschaften befinden sich Fahnen aus den Jahren 1933, 1961, 1983 die letzte auf der Fahne datierte Anschaffung geht auf das Jahr 1994 zurück.

Erwin Hensch
Webmaster Drei Ehrengesellschaften Kleinbasels

Quellenverzeichnis: Staatsarchiv Basel, Sign. A 13 und A 14 Zunftarchiv 3 E
Fotos: Kopien aus Schweiz. Fahnenbuch 1942 und Privatarchiv Erwin Hensch