Die Entstehung Kleinbasels vom 8. bis zum 14. Jahrhundert
Dieser Bericht zeigt einen kurzen Abriss über das Kleinbasel von seiner ersten Erwähnung bis zum 14. Jahrhundert.
Seit seiner Entstehung nahm das Kleinbasel eine separate Stellung in der Basler Geschichte ein. Es sind nur Vermutungen und Rückschlüsse möglich. Aber die zeitliche Einordnung ist klar. Den einen Punkt gibt 1225 als das Jahr der Vollendung der Rheinbrücke und den anderen 1241 als das Jahr, in dem zum ersten Mal von einem jenseitigen Basel die Rede ist. Es wurde von den Dörfern "Niederbasel" und "Oberbasel" gesprochen. Das ganze Gebiet gehörte kirchlich zum Bistum Konstanz.
Die neue Stadt benötigte 1255 eine eigene Kirche und erhielt die Niklauskapelle an der heutigen Rheingasse. Zur gleichen Zeit bildete sich auch das Gemeindeleben in festere Formen. Es ist der Moment, wo das Kleinbasel in die Geschichte eintrat.
Um die neu gebildete Stadt lagen diverse Besitztümer, welche nicht nur "Herren und Burgern von Grossbasel" gehörten, sondern auch Entfernteren wie z.B. den Klöstern Lützel und Einsiedeln. Die Umgebung der neuen Stadt bestand aus Äckern, Hainen, Gärten und Rebgelände. Neben diesen Parzellen bestand auch eine Allmend. Aus dieser Fläche erhob sich nun die Stadt. Als solche in seiner Befestigung zu erkennen. Es ist jedoch zu erwähnen, dass in der Anfangszeit, also 1255, nicht von Mauern und Türmen, sondern nur von Gräben die Rede ist. Man machte sich jedoch innert kurzer Zeit daran, die Befestigung der neuen Stadt zu verbessern und während des Krieges mit Rudolf von Habsburg festigten und bauten die Bürger ihre Stadt auf eigene Kosten mit viel "Arbeit an Leib und Gut". Mit anderen Worten ausgedrückt mit Fronarbeit und Geldbeträgen.
In Archivalien werden die Mauern Kleinbasels im Jahre 1270 erstmals erwähnt. Die markantesten Punkte in dieser Ummauerung waren die Eingänge in die Stadt. Man konnte die Stadt über zwei Tore betreten. Durch das "obere Tor", ("Tor gegen Riehen"), welches erstmals 1265 erwähnt wurde und das "niedere Tor", (das "Tor gegen Istein"), welches 1256 erstmals in der Geschichte erwähnt wird.
Die Ummauerung war im Grossen und Ganzen vom dreizehnten bis ins neunzehnte Jahrhundert die gleiche. Es haben sich keine Vorstädte gebildet, so wie man das von der linksrheinischen Seite kennt. Noch 1277 lag St. Theodor ausserhalb der Stadtmauern. Der Abschluss der Stadt befand sich damals auf der Höhe der heutigen Riehentorstrasse. Es ist nicht mit Bestimmtheit zu sagen, wann die Stadtmauer hinausgeschoben wurde. Jedenfalls wird St. Theodor im vierzehnten Jahrhundert als im Kleinbasel liegend bezeichnet.
Am Anfang des 14. Jahrhunderts erstreckte sich das Stadtgebiet Kleinbasels, also die Fläche innerhalb der Stadtmauern, vom Rhein her rechtsseitig des heutigen Klingentalgrabens bis zur Klybeckstrasse. Die Mauer verlief am oberen Rande des heutigen Kasernenareals bis zur Klingentalstrasse/ Kasernenstrasse, wo früher das "Bläsitor" stand. Im rechten Winkel bog die Mauer ab und verlief dann bis zum heutigen Claragraben. Auf dieser Höhe erstreckte sie sich bis zum heutigen Wettsteinplatz, immer im Verlauf des heutigen Claragrabens entlang. Am Wettsteinplatz beim damaligen "Isteiner-Turm", bog die Mauer wiederum im rechten Winkel nach rechts ab und verlief bis zum Rheinufer.
Auf die Gestaltung der Mauern wirkten sodann die in ihrer Nähe entstehenden Ansiedlungen der Klöster; z. B. diejenige Klingentals. Ehe dieses nach Kleinbasel kam, zog sich die gezinnte Mauer vom Bläsitor (Verzweigung Unt. Rebgasse/ Klingentalstrasse / Kasernenstrasse) auf der Höhe der heutigen Kasernenstrasse bis zum Rhein. Da die Schwestern die Besitztümer innerhalb und unmittelbar ausserhalb der Stadtmauer hatten, entstand das Bedürfnis, die Klostergebiete miteinander zu verbinden und wieder hinreichend zu befestigen.
Ein bemerkenswerter Teil an der Entstehung des Kleinbasels und dem Wohlstand seiner Bewohner, kam aber auch den Teichen zu. An ihnen erblühten verschiedene Handwerksberufe, die in ihrer Arbeitsleistung auf die Wasserkraft angewiesen waren. Es waren dies z.B. die Mühlen, die Färbereien, die Gerbereien etc.! Die Teiche wurden vom damaligen "Wiesenfluss" abgeleitet und wurden auf der Höhe des "Drahtzug" (heutige Claramatte) in die Stadt eingeleitet. Beim Eintritt in die Stadt teilten sie sich in drei Arme auf. Ein Arm verlief auf der Achse der heutigen Klingentalstrasse, Kasernenstrasse zum Rhein. Der zweite Arm aus Richtung Stadtmauer auf der Achse Webergasse und der dritte Arm verlief auf der Achse Sägergässlein zum Rhein.
In diese Zeit fielen auch die ersten Erwähnungen der Drei Ehrengesellschaften. Die Gesellschaft zum Rebhaus wurde 1304 erstmals urkundlich erwähnt. Darauf folgte im Jahre 1384 die Gesellschaft zur Häre mit der ersten Erwähnung in den Archivalien. Als letzte Gesellschaft wurde im Jahre 1409 die Gesellschaft zum Greifen erstmals erwähnt. Es kann aber angenommen werden, dass alle drei Gesellschaften schon früher existiert haben. Im Jahre 1354 ereignete sich eine Feuersbrunst im Kleinbasel. Zwei Jahre darauf 1356 war das grosse Erdbeben. Es ist anzunehmen, dass durch diese beiden Ereignisse einige Archivalien wie Gründungsurkunden etc. vernichtet wurden.
Dem Bericht sind einige Bilder von Uniformen aus dem Mittelalter beigefügt.
Erwin Hensch
Webmaster Drei Ehrengesellschaften Kleinbasels
Quellennachweis: Geschichte der Stadt Basel, Band 1, von Rudolf Wackernagel. Staatsarchiv BS Bq 1 bis. Jubiläumsbuch 600 Joor Glai- Groossbasel zämme.
Bildnachweis: Ausschnitt aus dem Merianplan. Siegel und Bannwartschild Staatsarchiv Basel Stadt, Uniformbilde Mittelalter vom Verein „Rost und Grünspan“. Fotos Wappenfester in der Waisenhauskirche und Gemälde aus dem Rebhaussaal von Erwin Hensch














