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   Fotos: Erwin Hensch und Wikipedia

Ehre für den ehemaligen Hären Oberstmeister Matthäus Merian d. Ä. 1593-1650

Kaum jemand in unseren Gesellschaften hat Kenntnis davon, dass Matthäus Merian d.Ä. Mitglied und Meister in der E. Gesellschaft zur Hären war. Berühmt wurde er durch seine Stiche  und besonders durch die Erstellung des so genannten Merian Stadtplanes von Basel.
Matthäus Merian der berühmte Kupferstecher und Verleger wurde am 22. September 1593 in Basel als Sohn des Sägmüllers und Ratsherrn Walther Merian geboren. Sein Elternhaus stand am Sägergässlein Ecke Webergasse / Unt. Rheingasse. Im Jahre 1553 gelangte die Säge am vorderen Teich in das Eigentum  des Sägers Burkhard Merian. Eines Enkels des Stammvaters der Basler Merian. Dies war die letzte Handänderung der Säge. Sie blieb in der Folge in Familienbesitz.
Matthäus Merian  d. Ä. trat im Jahre 1620 in die E. Gesellschaft zur Hären ein. Er wurde später in der Härengesellschaft zum Oberstmeister gewählt. Zudem war er auch zünftig in der E. Zunft zu Spinnwettern in welcher er zum Zunftmeister gewählt wurde. Matthäus Merian starb nach langer Krankheit am 19. Juni 1650 in Langenschwalbach bei Wiesbaden.
Weniger bekannt als seine Verlegertätigkeit ist, dass Matthäus Merian sich intensiv mit religiösen Fragen befasst und Kraft geschöpft hat aus seinem persönlichen Verhältnis zu Gott. Ihm kam es vor allem auf die Ergriffenheit des Einzelnen durch den Geist Gottes an, weniger auf Kirche, Bibel und Sakramente. Im Jahr 1637 schrieb er im Anklang an einen Bibelvers (1 Kor. 2,14 Lut):
Zitat:
„Der natürliche Mensch versteht nicht den Geist Gottes, es ist ihm eine Thorheit und große Kezerey, und obschon er der grösste Doctor were, und auf allen Schulen der Welt gelehret hette und alle Bücher sambt der Bibel ausswendig könnte, so hielffe und diene es doch alles zur Seligkeit nichts, wo nicht der Heilige Geist selbsten inwendigk in der Seelen lehret.“
In diesem Sinn gestaltete Merian auch sein Wappen und Verlagssignet, in das er den Leitsatz „Pietas contenta lucratur“ (etwa: „Frömmigkeit zahlt sich aus“) mit einem Storch als Wappentier aufnahm.
Nun am 22. September 2011, anlässlich seines 418. Geburtstages wurde zu seinen Ehren eine Gedenktafel an der Ecke Webergasse / Sägergässlein / Unt. Rheingasse angebracht. Durch Herrn Felix Drechsler, Frau Helen Liebendörfer, Herr Dr. Heinrich Wüthrich und dem Vorsitzenden Meister der Drei Ehrengesellschaften Kleinbasels, Rebhausmeister Dr. R. Grüninger, wurden einige  Worte zu Ehren von Matthäus Merian d.Ä., an die geladenen Gäste gerichtet. Die angebrachte Tafel wurde von der Christoph Merian Stiftung gesponsert. Drei Tambouren  der Olympia Junge Garde gaben dem Anlass eine Baslerische Note.  Ein anschliessender Apéro im Rappaz Museum rundete den Anlass würdevoll ab.
Erwin Hensch
Webmaster der Drei Ehrengesellschaften Kleinbasels

 

Quellenverzeichnis:

Staatsarchiv BS Zunft C3 I. 2., Wikipedia
Fotos: Erwin Hensch, Wikipedia