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   Fotos: Erwin Hensch

Im Staatsarchiv Basel-Stadt

Wo befinden sich die Archivalien

Seit dem Jahre 1341 befindet sich eine Pergamenturkunde der E. Gesellschaft zum Rebhaus im Staatsarchiv Basel-Stadt. Dies ist das älteste Dokument unserer drei Gesellschaften. Es folgten über die Jahre hinaus weitere Schriftstücke, Bilder und Siegel. Wie und wo werden jedoch diese Dokumente aufbewahrt?

Das Staatsarchiv befindet sich im Baukomplex des Rathauses. Der Zugang ist von der Martinsgasse her oder durch den Hof des Rathauses am Marktplatz, mittels Lift möglich.

Die Anfänge des Staatsarchivs Basel reichen in das 12. Jahrhundert zurück. Die Stadt Basel besass bereits zu dieser Zeit eine Sammlung von Urkunden und Dokumenten. Die älteste Nachricht worin das Archiv erwähnt wurde befindet sich im ältesten Ratsbuch dem so genannten „Roten Buch“. Darin wird erwähnt, dass die Stadt Basel beim Erdbeben von 1356 durch Brand um alle ihre Briefe und Bücher gekommen sei. Auch das Grossfeuer im Kleinbasel anno 1354 hat bei der Vernichtung von Archivalien in den drei Gesellschaftshäusern mitgeholfen. Aus diesen Gründen sind diverse Dokumente verschwunden, welche mehr Aufschluss über die Geschichte unserer drei Gesellschaften hätten geben können.

In den Jahren 1487 / 88 erstellte der Stadtschreiber Hans Gerstner mit der so genannten „Geheimen Registratur“ eine erste Ordnung. Diese wurde bis ca. Mitte den 16. Jahrhunderts fortgeführt. Darin wurden die Haupt- und Staatsurkunden wie weitere Archivalien des Mittelalters aufgehoben. Der spätere Bürgermeister Hans Werner Ringler ordnete von 1600 bis 1603 die neu angefallenen Bestände und verfuhr nach dem gleichen System wie der Stadtschreiber Gerstner.

Eine Neuordnung erfuhr das Archiv Mitte des 18. Jahrhunderts unter Daniel Bruckner. Er ordnete die Bestände aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Ab 1766 wurde eine neue Registratur angelegt, in welcher die Akten seit Mitte des 16. Jahrhunderts integriert sind. Bis 1827 wurde diese Registratur als Hauptarchiv fortgeführt. Im Jahre 1818 ernannte der „kleine Rat“ Johannes Krug zum neuen Registrator. Dieser strebte eine Neuordnung des Archivs an, welches in seinem Aufbau noch der staatlichen Organisation aus der Zeit von 1798 entsprach.

Die politische Trennung der Stadt und der Landschaft im Jahre 1833 brachte dem Archiv eine güterrechtliche Auseinandersetzung unter der Federführung der eidgen. Tagsatzung.

Nach dem Tode des Registrators Johannes Krug im Jahre 1866 blieb das Amt verwaist. Im Jahre 1877 schuf der Regierungsrat die Stelle eines Staatsarchivars. Als erster gewählter Staatsarchivar besetzte Rudolf Wackernagel die Stelle. Er begann unverzüglich eine Neuordnung des Archivwesens. Die ständige Zunahme des Archivgutes bedingte natürlich auch, dass Raumprobleme entstanden. So wurden in Abständen räumliche Änderungen vorgenommen. Die letzte Umstrukturierung wurde im Jahre 2005 vorgenommen.

Dass das Archivieren eine besondere Behandlung der einzelnen Stücke voraussetzt ist zweifellos unbestritten. Für so alte Dokumente erfordert es jedoch auch eine fachmännische Behandlung. So sind Fachleute tagtäglich damit beschäftigt die wertvollen Archivalien unseres Staatsarchivs in einem guten Zustand zu erhalten. Frau Brigitte Heiz arbeitet als Restauratorin im Archiv. Ihre Arbeit ist sehr wertvoll und wird sehr geschätzt. Stellt sie doch defekte und unter dem Zahn der Zeit beschädigte Dokumente und Archivalien wieder in Stand.

  An dieser Stelle möchte ich stellvertretend für alle anderen Bereiche das Archiv der Zünfte und Gesellschaften erwähnen. Innerhalb vom Zunftarchiv sind 25 Zünfte, 3 Ehrengesellschaften und 5 Vorstadtgesellschaften sowie die Feuerschützen aufgelistet, welche ihre Archivalien im Staatsarchiv hinterlegt haben.

Die Archivalien zum Beispiel des Zunftarchivs sind in Regalen aufbewahrt. Aber wie es so ist, je länger ein solches Archiv existiert umso mehr Platz braucht es. Darum wurde begonnen diverse Archivalien fotografisch festzuhalten. Das Staatsarchiv nimmt in der Geschichte unserer Stadt einen wichtigen Platz ein. Ohne die Arbeit der mit den Archivalien beschäftigten Personen, wäre vieles aus der Stadtgeschichte für immer verloren.

Erwin Hensch
Webmaster der Drei Ehrengesellschaften Kleinbasels

Quellenhinweis: Staatsarchiv Basel-Stadt