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Der neue Leu

Der Leu in neuem KleidDer Leu in neuem Kleid

Das Spiel der Drei Ehrengesellschaften Kleinbasels präsentiert sich am nächsten Vogel Gryff, 27.Januar 2010, mit einem neuen Leu.

Samstag, 28. November 2009, stellte sich das Ehrenzeichen der Ehrengesellschaft zum Rebhaus in seinem neuen Kostüm im Saal des Gesellschaftshauses der Rebhausgesellschaft den Ehrengästen und Spielfreunden vor.

Durch den Spielchef, Rebhausvorgesetzter Peter Stalder, wurde der Anlass eröffnet. Der Spielchef führte in die Zeit zurück und stellte 3 "Leuenköstume“ vor, welche in die 60-er und 70-er Jahre zurück reichten. Dazu gesellte sich am heutigen Tage das 4. Kostüm welches sich sehr gut präsentierte. Nach der Rede des Spielchefs erklärte  Peter Deiss, Sattlermeister und Härenbruder, was alles berücksichtig werden musste und welche Arbeiten das neue Kostüm erforderte. Diese Arbeiten sind nachfolgend  erläutert.
Im Anschluss an die Ausführungen von Peter Deiss richtete Rebhausmeister Dr. R. Grüninger einige Worte an die Anwesenden. Danach bat der Spielchef die Gesellschaftsbrüder und Gäste nähere Bekanntschaft mit dem neuen Leu zu schliessen und bei den Fachleuten allfällige Fragen zu stellen. Mit einem Apéro und kleinem Buffet wurde der Anlass beendet.

Zur Entstehung des Kostüms
Die Erstellung dieses neuen Kostüms war ein enormer Arbeitsaufwand für Sattler / Schneiderin und Coiffeur. Frau Priska Argast als Schneiderin des Kostüms fertigte die Schnittmuster an. Härenbruder Peter Deiss schnitt das Leder gemäss dem Schnittmuster zu und nähte  die einzelnen Stücke zusammen. Schlussendlich wurden durch den Coiffeurbetrieb Schwald die Litzen für Brust und Kniehaare sowie die Schwanzquaste angefertigt.

Aber welche Arbeitsgänge brauchte es dazu. Zuerst musste ein Muster durch die Schneiderin hergestellt werden. Es wurde am Mann Mass genommen. Diese wurden auf Papier in Einzelteile aufgezeichnet und danach wurden Stoffstücke nach den Mustern geschnitten. Die Stoffstücke wurden zusammengenäht und wiederum in einer Anprobe am Mann überprüft. Wenn nötig wurden Änderungen vorgenommen. Danach wurden die einzelnen Stücke wieder  getrennt und auf Packpapier und dann auf Halbkarton übertragen.

Nach diesen Arbeitsgängen schloss sich die Sattlerarbeit an. Die Schnittmuster aus Halbkarton wurden auf das Leder übertragen und zugeschnitten. Für das ganze Kostüm brauchte es Leder von 6 „Muni-Kälbern“. Die ganze benötigte Fläche des Leders belief sich auf 120 Quadratfuss. 1 Quadratfuss beträgt 9 Quadrat-Centimer. Diese Berechnung basiert auf einer alten Benennung bei Berechnungen  im Sattlergewerbe. Die vorgängigen Masse und Einzelstücke mussten 100 o/o Stimmen, denn ein auftrennen des Leders ist  nach dem zusammennähen nicht mehr möglich, da sonst die Nähte porös werden und reissen. Der Schwanz des Leu besteht aus einem 3 mm Chromstahldraht, welcher gebogen und mit Isoliermaterial umkleidet, mit Wollfilz umwickelt und mit Leder überzogen wurde.

Durch Coiffeur Schwald wurden 35 Meter Litzen aus Pferdeschwanzhaar genäht, welche dann durch den Sattler auf dem Kostüm angebracht wurden. Das Gesamtgewicht des Kostüms ohne Kopf beläuft sich auf ca. 20 kg.

Dem aufmerksamen Leser fällt sicher der enorme Arbeitsaufwand zur Herstellung eines 3 E Kostüms auf. Zudem finden sich in der heutigen Zeit schwer Fachleute, welche sich mit Elan und Interesse sowie Idealismus hinter eine solche Arbeit stellen und sich mit dieser identifizieren.

Erwin Hensch
Webmaster Drei Ehrengesellschaften Kleinbasels