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   Fotos:
   Erwin Hensch und Stephan Hensch

Gryffemähli 2010

Was isch fir e glungeni Zyt verwacht,
wo dur d’Gasse rasslet, um d’Hyser gracht,
Johrdausig schynts alt und glingt doch nit mied,
dene Ehrezaiche ihr Urwätlied.
Rädedläm, rädedläm so ruesst’s dur d’Schtroos,
und spuggt dur’s Glaibaasel wild und gross.
Es deent wie ne alte Schwärtertanz,
vo roote Grieger im Faggleglanz,,
E Jubellied uff alti Manier,
bym Sieg iber Drache im Sumpfrevier.
Rädedläm, rädedläm si schwinge d’Bai,
der Gryff, dr Häre und au der Lai.
E Fahne flattere in dr Luft,
D’Glaibasler bym Mehli in Sunntigsgluft,
Vo allne Syte e Drummlerei,
Rädedläm und derzue e Buebegschrei.
E Menschesalat, e Gjohl, e Gipfiff,
Dur d’Gasse und Strosse , s’isch Vogel Gryff.
Gedicht von Theobald Baerwart

Am Disch vom Vogel Gryff, Wild Maa und Lai

Mittwoch, 27. Januar, im Kleinbasel der höchste Feiertag im Jahre 2010. Morgens in aller Frühe sieht man beim „Wild Maa Horst“ an der Grenzacherstrasse emsiges Treiben. Das „Wild Maa Floss“ wird zusammengebaut.

Etwas später  sieht man schwarz gekleidete Männer zielstrebig durchs Kleinbasel eilen. Einer will im Kreise seiner Kollegen zu „Lääberli Ässe“ der andere ist privat zum Frühstück eingeladen. Jedenfalls trifft man die schwarzen Herren am Rheinbord beim Beobachten der Talfahrt des „Wilden Mannes“ oder im Klingental bei der Flosslandung. Die 3 Ehrenzeichen begrüssen sich  bei der präzisen Landung um 11 Uhr im Klingental. Unmittelbar gilt der erste Tanz dem vorsitzenden Meister, Greifenmeister Walter F. Studer. Nach dem Tanz zieht der Spieltross weiter durchs Kleinbasel. Die Gesellschaftsbrüder begeben sich in das Café Spitz zum Apéro. Um 12 Uhr ist traditionsgemäss der Tanz vor dem  Spielchef, Vorgesetzter Peter Stalder, beim Käppelijoch auf der Mittleren Rheinbrücke.

Nach diesem Tanz formieren sich die Gesellschaftsbrüder vor dem Café Spitz in der Rheingasse und ziehen mit flatternden Fahnen und mit Trommel und Piccolospiel in die Messe Schweiz zum traditionellen „Gryffemähli“.

Die Ehrenzeichen ziehen jedoch den ganzen Nachmittag bis in die Abendstunden durchs Kleinbasel.

Der offizielle Tag begann für die Gesellschaftsbrüder mit dem Apéro im Meriansaal des Café Spitz. Anschliessend formierten sich Gäste und Gesellschaftsbrüder hinter den drei Bannern und der 3 E Clique zum Zug in die Messe Basel.

Punkt 13 Uhr war der Einzug der drei Meister mit den Vorgesetzten und den Ehrengästen unter den Klängen des „Heinrichsmarsches“ in den Festsaal der Mustermesse. Nachdem alle ihren Platz eingenommen hatten begrüsste der vorsitzende Greifenmeister, Walter F. Studer die Festgemeinde zum traditionellen „Gryffemähli“ 2010.

Mit einer vorzüglichen Maiscrèmesuppe mit getrockneten Aprikosen und einer Rosmarin-Blätterteitgstange  begann der kulinarische Teil des „Gryffemähli“ 2010.

Nach der Suppe trat der Chor der 3 Gesellschaften auf. Dieser bot wiederum einen exzellenten Vortrag und begann seinen Auftritt mit einem Potpourri von Vogel Gryff Liedern. Danach war eine Welturaufführung  der „Kleinbasler Version“ zur Melodie des Liedes, „Die kleine Kneipe in unserer Strasse“, vor Jahren gesungen von Peter Alexander. Dieser  Vortrag gefiel den Anwesenden welche durch Ihren stehenden Applaus eine  Wiederholung des Refrains forderten.

Nach dem Vortrag vom Chor wurde die Vorspeise, Grillierter Seeteufel mit Tomaten und Pestospaghetti serviert.

Danach folgte die Meisterrede, auf welche die Anwesenden gespannt waren. Durch Greifenmeister Walter F. Studer wurde das vergangene Jahr angesprochen. Die Integration war eines der zentralen Themen in der Rede. Und diese Integration kann nur funktionieren, wenn beide Teile offen aufeinander zugehen und sich vor allem akzeptieren. Es darf nicht sein, dass sich separate Gruppen bilden und um im Volksmund zu sprechen „Ihre eigene Suppe kochen“. Damit dies aber funktioniert ist nur ein „Miteinander“ anzustreben. Wenn  dieses nicht ist, kann es auch nicht funktionieren. Ein wesentlicher Ausspruch in dieser Rede war, „Basel tickt anders, das Kleinbasel ticke aber schneller“.

Nach dem allgemeinen singen der Landeshymne, folgte der Auftritt der drei Ehrenzeichen. Es war ein  emotionaler Moment, da doch  der amtierende Vogel Gryff seinen letzten Auftritt im Saal vor den Gesellschaftsbrüdern hatte. Im nächsten Jahr wird ein neuer Vogel Gryff die Ehrengesellschaft zum Greifen als Wappentier repräsentieren. Mit einem herzlichen Applaus wurden die drei Ehrenzeichen empfangen. An dieser Stelle sei dem Vogel Gryff im Namen der Drei Ehrengesellschaften den allerherzlichsten Dank ausgesprochen. Er war ein würdiger Vertreter der E. Gesellschaft zum Greifen als deren  Wappentier.

Auch der Leu, Wappenhalter der Ehrengesellschaft zum Rebhaus hatte seine Emotionen. Er hatte seinen ersten  Auftritt am Vogel Gryff als Wappentier der Gesellschaft. Auch er meisterte seine Aufgabe bravourös.

Im Anschluss an den Auftritt des 3 E Spiels durfte der Chor der Drei Ehrengesellschaften auf dem Messeplatz  einen Tanz des Vogel Gryff, Leu und Wild Maa entgegen nehmen.

Nach dem Spielauftritt wurde der Hauptgang,  Rindsroulade mit Safranrisotto und Wintergemüse, serviert.

Es folgte die Rede des 1. Ehrengastes, Herr Baumann Jakob, Rüstungschef der Schweizerarmee. Er zog Vergleiche zwischen dem VBS und den Drei Ehrengesellschaften. Beide haben zur Tradition das Aufbewahren und hüten von Feuer im Engagement und nicht das Aufbewahren von Asche. Der Tanz in Bundesbern ist ebenso anspruchsvoll wie der Tanz der drei Ehrenzeichen jedoch finden beide auf verschiedenen Parketten statt.

Da Frau Bundesrätin Widmer-Schlumpf wegen der Bundesratssitzung und der anschliessenden Pressekonferenz zum Debakel der UBS nicht rechtzeitig am Mähli eintreffen konnte, kam sie erst am späteren Nachmittag in Basel an. Sie sprach als 2. Ehrengast in ihrem sympathischen Bündnerdialekt zur Festgemeinde. Sie sprach die Traditionen in unserem Land an und zog den Vergleich zu den Drei Ehrengesellschaften. Es gilt im Leben Verantwortung zu übernehmen. Wer sein Land liebt der sollte auch eben diese Verantwortung übernehmen. In ihrer humorvollen Ansprache, übrigens mit einer perfekten Anrede, was nicht so einfach ist bei Ehrengesellschaften und Zünften, erntete sie eine „Standing Ovation“.

Es folgte ein Auftritt der 3 E Clique. Diese bot in perfekter Art den „San Carlo“.

Als dritter Ehrengast sprach der neue Polizeikommandant Herr Gerhard Lips. In seiner Rede zog er Parallelen zwischen Zürich und Basel.

Es folgte dann der Auftritt des Schauspielers, Kabarettisten und Gastes, David Bröckelmann. In einer herrlichen Parodie der Bundesräte Couchepin und Leuenberger, sowie von SF Moderator Matthias Hüppi sowie Christian Gross, ehemaliger Trainer des FCB und Hakan Yakin, Fussballer beim FC Luzern. Mit seiner  vorzüglichen Parodie erntete er einen grossen Applaus.

Im Anschluss wurde das Dessert serviert. Ein Passionsfrucht Sorbet auf Orangensalat mit Campari rundete das Menü ab.

Es folgten die Ehrungen der Jubilare und Aufnahmen der neuen Gesellschaftsbrüder.

40 Jahre Walter Lang E. Ges. z Greifen
  Markus Mensch E. Ges. z. Greifen
  Menz Sprecher E. Ges. z. Greifen
  Felix Butz E. Ges. z. Rebhaus
  Heinz Probst E. Ges. z. Rebhaus
  Rolf Bentz E. Ges. z. Häre
  Edi Borer E. Ges. z. Häre
  Paul Broy E. Ges. z. Häre
  Peter Deiss E. Ges. z. Häre
  und Karl Ramstein E. Ges. z. Häre
50 Jahre Carli Rupp E. Ges. z. Greifen
  Fille Lehr E. Ges.z. Rebhaus
  Willi Meder E. Ges.z. Rebhaus
  René Häring E. Ges. z. Häre
60 Jahre Franz Lachenmeier E. Ges.z.Rebhaus
  Hansruedi Wegmann E. Ges. z. Häre

Es folgte dann die Aufnahme der neuen Gesellschaftsbrüder (siehe separater Bericht „Aufnahmen 2010“). Die Aufnahme der neuen Gesellschaftsbrüder wurde durch Härenbruder Peter Ernst in brillanter Art verdankt.

Zum Abschluss des Gryffemähli 2010 trat die 3 E. Clique mit dem Rossignol und dem Wettsteinmarsch auf. Zwischen den beiden Märschen wurde der Trommelchef, Harry Straub für seine 11 jährige Tätigkeit im Amt als Trommelchef verabschiedet. Er erhielt  ein Bandalier mit einer Plakette, auf welcher die Wappen der 3 Gesellschaften eingraviert sind. Sein Nachfolger wird Daniel Löw.

Das Basler Orchester spielte danach noch bis zum Schluss des Mählis auf. An dieser Stelle sei auch dem Orchester für die musikalische Unterhaltung der Dank ausgesprochen.

Ein „Bhaltis“ besonderer Art erwartete die Gesellschaftsbrüder beim Verlassen des Festsaales. 4 Schokoladenstängeli mit einem Sackmesser auf welchem die Wappen der drei Gesellschaften eingraviert waren. Eine Unsicherheit besteht jedoch beim „Bhaltis“, da die Möglichkeit besteht, dass bei der heutigen Weltlage und deren Politik dem Einen oder Anderen das Sackmesser im Hosensack aufgeht.

Im Anschluss an das Gryffemähli wurde noch in verschiedenen Beizen im Kleinbasel auf den Besuch der drei Ehrenzeichen gewartet und natürlich weitergefeiert. In privater Gesellschaft fanden diverse „Stubede“ (gemütliche abendliche Zusammenkunft), statt. Das Gryffemähli 2010 bleibt sicher jedem Teilnehmer in guter Erinnerung. An dieser Stelle sei den Vorgesetzten E.E. Gesellschaft zum Greifen ein herzliches „Danggerscheen“ ausgesprochen.

Erwin Hensch
Webmaster der Drei Ehrengesellschaften Kleinbasels