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Dem Aufruf vom Vorgesetzten, Bruder(er) Stefan, folgten 34 weitere gleichgesinnte (GRYFFE)-Brüder. Sie trafen sich alle am vergangenen Samstag beim Busparking Bad. Bahnhof. Pünktlich um 08.00 h zündete der Chauffeur, Roland Koch von der Firma E. Saner/Eurobus AG, seinen Motor und los ging die Fahrt mit Ziel, das Klosterdorf Engelberg.

Bei wunderbarem Sonnenschein und ausgezeichneten Verkehrsverhältnissen (nicht dass keine Fahrzeuge unterwegs waren, nein, ich will sagen "wir mussten nirgends Stauminuten absitzen") kamen wir nach etwa 1 ½ Std. zügiger Fahrzeit am Zielort an. Der Gang ins Kloster machte uns Roland, der Chauffeur, einfach. Er konnte mit seinem Bus bis vor das Klostertor fahren und dort abstellen, so dass sich unser Gang ins Kloster einfacher und bequemer gestaltete. Im Klosterhof begrüsste uns Abt Christian (auch ein Bruder) und hiess alle herzlich willkommen.

Er kam gleich zur Sache und lud uns ein, ihm zu folgen. Die schwere und massive Klostertüre öffnete sich und ohne Lift ging es über das Treppenhaus in den Barocksaal im 2. Stock. Dort angekommen und bevor wir weiteres von der Klosteranlage kennen lernen durften, bekamen wir von Abt Christian viel geschichtlich und historisch Interessantes vom Kloster Engelberg zu hören.

Davon ein paar Zahlen:

  • Anno 1120 von Konrad von Sellenbüren gegründet, und mit Mönchen von Muri besiedelt.
  • Die Klostergemeinschaft umfasst heute 22 Mönche.
  • Vorsteher ist Abt Christian (war als Gast am Gryffemähli 2016)
  • Nach dem verheerenden Klosterbrand 1729 und dem Wiederaufbau, gehören die Gebäude heute zu den grössten Barockanlagen der Zentralschweiz.
  • In der Klosterkirche befindet sich die gösste Orgel der Schweiz (Die grösste Pfeife misst knapp 10 m, die kleinste Pfeife 5 mm Länge).
  • Das Kloster ist nach den Titlis-Bahnen der zweitgrösste Arbeitgeber von Engelberg und beschäftigt gegen 100 weltliche Angestellte.


Nach seinen Einführungen ging es auf den Rundgang. Im offenen Gang vorbei an den jeweils nach einem Heiligen benannten Zellen. Unterwegs gab uns Abt Christian noch einen zum Besten. Über einer Zelle standen die Buchstaben W.C. "Für welchen Heiligen stehen diese Buchstaben denn?", fragte einmal eine Dame aus England bei einer früheren Führung. Die Dame bekam die Antwort postwendend, für "Winston Churchill" natürlich. Schmunzeln und Gelächter unsererseits versteht sich.

Jeweils zwei Zellen werden heute während der kalten Jahreszeit mit einer Holzschnitzelheizung (hat nichts mit Wienerschnitzel zu tun) beheizt. Früher wurde alle beheizten Klosterräumlichkeiten mit einer Oelheizung betrieben, Verbrauch pro Tag ungefähr 4'000 Liter.

Unser Rundgang führte via Wege und zu Räumlichkeiten, die nicht für Herr oder Frau Jedermann möglich und offen sind. Wir, die Brüder vom "Gryffe" waren heute die grosse Ausnahme, wir wussten die Bevorzugung zu schätzen. An allen Orten des Rundgangs hatten wir die Möglichkeit Abt Christian Fragen zu stellen und von seinen Antworten auch etwas Lernen.

So z.B. erklärte er uns in der Bibliothek den Begriff "ein Buch aufschlagen". An Hand eines dicken historischen Buches mit einem in Holz gefertigten Deckel, erklärte er uns diesen Begriff. Er schlug mit der Faust auf den Deckel und sofort sprangen die Buchverschlüsse auf und das Buch konnte aufgeschlagen werden.

Und so nahm unser Rundgang durch die Klostergebäude den weiteren Verlauf Erst zur Kirche, den Kirchenraum von innen und oben herab gesehen, wie vom Himmel. Verschiendene Räume (ehem. Zellen), die heute für Besprechungen und Gespräche genutzt werden und einen ganz speziellen Raum, ich möchte sagen ein "Bijoux"-Raum, war es für uns alle das "Tugendzimmer", nicht weil alle dargestellten Tugenden weibliche Namen trugen und so dargestellt waren, nein, uns beeindruckte die gesamte hölzerne Wandverkleidung. Die hier zu sehenden und bis ins kleinste Detail verarbeiteten "Intarsien" (siehe Wikipedia), waren etwas vom Feinsten was handwerkliches Schaffen angeht. Das Sprichwort "da staunt der Laie und der Fachmann gesteht" trifft hundertprozentig zu. Dies alles von einem Mitbruder des Klosters als sein Lebenswerk geschaffen.

Mit dem Fortgang unseres Rundganges nahm auch die Tagestemperatur zu. Grund genug für Abt Christian uns noch in einen angenehmen und kühlen Raum im Keller zu führen und diesen zu zeigen. Es war unschwer zu erraten, der Weinkeller. Ein Gewölbekeller, auch vom Feinsten, gefüllt mit edlem Rebensaft. Hier durften wir den von Christian spendierten Apero geniessen. Das Gespräch mit Abt Christian war auch hier im Keller intensiv, dabei wurden auch die amüsanten Schubladen hervorgezogen.

Unser hochgeachteter Meister Raymond bedankte sich bei Abt Christian im Namen von uns allen und übergab ihm eine Flasche, gefüllt mit einem edlen Tropfen "Greif" (es soll ein spezieller Whisky sein).

Pünktlich um die Mittagszeit verliessen wir den angenehmen Kellerraum und begaben uns in den Speisesaal auf Erdgeschosshöhe. Vor dem Essen sprach Abt Christian stellvertretend für uns alle das Tischgebet, dankte Herrgott für Speis und Trank. Entgegen den Klostergepflogenheiten, wo nach dem Tischgebet geschwiegen wird, begann nun das "Parlament" seine Arbeit. Zum Rotwein und anderen Geränken gab es die passenden Älplermakkronen dazu und das nicht zu knapp, im Anschluss ein der Temperatur angepasstes Dessert, Kaffee mit einem genüsslichem Zuschuss fehlte auch nicht.

Nach dem 2 stündigen Mittagessen gab es für Interessierte die Möglichkeit, die Engelberger-Sprungschanze zu besichtigen.

Einmal sehen von wo aus die Simi & Co in die Spur gehen und wie das mit der Weite so ist, dachte sich der Schreiberling. Die Interessierten stiegen Alle bis unterhalb des Richterturmes hoch (da werden keine Gefängnisstrafen und dergleichen ausgesprochen, nur Noten für Weiten und Körperhaltung im Flug sog. Stilnoten erteilt).

Doch für mich und einem weiteren Bruder kam es anders, bei "Weite 130 m" und top Noten in der Tasche, waren wir beide der Auffassung, dass wir uns nicht mehr verbessern können, wenn wir noch höher steigen. So entschlossen wir uns, mit einem Blick zum Richterturm und Anlaufbeginn, zum Abstieg.. Es war für uns beide beeindruckend, welche Steilheit, Höhe und Flugweite diese Skispringer vor sich haben. Mit diesen Eindrücken gingen wir wieder runter und zurück wo wir herkamen.

Pünktlich wie vereinbart versammelten sich die Gryffe-Bruderschaft wieder beim Bus und seinem Fahrer, der zufriedene "Gryffe"-Brüder in zügiger Fahrt und auch jetzt ohne Stauminuten zurück nach Basel an den Ausgangspunkt brachte. Roland besten Dank für die tadellosen Fahrten.

Einen andern Dank richte ich hier an unserem Bruder Stefan und seinen stillen Mitbrüder/Mithelfer, der/die uns diesen Tag tadellos und ohne Abzüge organisiert haben, danggschööööööön.

Mit einem obligaten "Schlubä" in der nahegelegenen Beiz löste sich die Schar zufrieden auf, mit der Gewissheit und der Hoffnung, dass wir uns alle wieder am Glaine Mähli 17 oder dann am Mähli 2018 begegnen werden und keiner ins Kloster übertreten wird.

In diesem Sinne sage ich korrigierend,

dr "GRYFFE" het’s Glooschter bsuecht

Sali zämme

Heiner, dr Gryffebrueder


Bilder: Toni Lämmle