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Kischtli-Bryys 2019

Am Donnerstag 19. September fand die feierliche Ehrung im Rahmen des Kischtli-Bryyses - eine immaterielle Anerkennung für Personen mit besonderen Verdiensten in der ehrenamtlichen Kinder- und Jugendarbeit - statt. Geehrt wurden Stephan Benz und Dominique Herrmann für ihren langjährigen Einsatz für das Kleine Vogel-Gryff-Spiel des Waisenhauses. Die Laudation für die beiden hat Andy Lehr, Spielchef des Vogel-Gryffs, gehalten.

Auf dem Foto sind von links nach rechts: Gabriella Matefi, Präsidentin Leitungsausschuss Waisenhaus, Dominique Herrmann und Stephan Benz, Priesträger, sowie Alexander Gröflin, Präsident der Sachkommission Waisenhaus. Foto: Benno Hunziker

 

 

Laudatio

Geschätzte Damen und Herren

Es ist mir eine grosse Freude, heute zwei gute Freunde ehren zu dürfen, die sich seit vielen Jahren für das Vogel-Gryff-Spiel des Bürgerlichen Waisenhauses – das «Kischtli-Spiel» – aktiv engagieren. 

Seit 1755 besucht der Vogel Gryff auf seinem Umgang durchs Kleinbasel immer das Bürgerliche Waisenhaus. Dies in ewiger Dankbarkeit gegenüber dem damaligen Waisenhauspfarrer Johann Jacob Spreng. Als 1750 ein junger Mann im Ehrengewand des Leu verstirbt, wurde das Brauchtum verboten. Pfarrer Spreng setzte sich für die Erhaltung des Brauchtums ein und bewirkte nach 5-jährigem Unterbruch, dass Vogel Gryff, Leu und Wild Maa ab 1755 wieder durch die Kleinbasler Strassen und Gassen tanzten.

So weit geht die Verbundenheit der Drei Ehrengesellschaften mit dem Bürgerlichen Waisenhaus zurück. Und noch heute verbinden uns viele Gemeinsamkeiten. Eine davon ist das Vogel-Gryff-Spiel der Kinder – das «Kischtli-Spiel». Dieses Spiel wird seit vielen Jahren von unermüdlichen Mitgliedern des Spiels der Drei Ehrengesellschaften in der Funktion des «Kischtli-Spielchefs» betreut. Von 2005 bis 2013 war Dominique Herrmann Spielchef, seit 2014 bis heute – und hoffentlich noch lange – bekleidet Stephan Benz dieses Amt. 

Als «Kischtli-Spielchef» hat man alle Hände voll zu tun, stehen doch während des Jahres zwischen 3-6 Auftritte des Kinderspiels auf dem Programm. Auftritte, die geplant und vor allem geübt sein wollen, denn durchs Jahr hindurch und speziell vor grösseren Auftritten werden im Kartäusersaal die Tänze der Drei Ehrenzeichen trainiert und mit den Tambouren in Einklang gebracht. Darüber hinaus wird einmal jährlich ein Spielausflug organisiert – als Belohnung für das tolle Engagement der Kinder und um die Freundschaft zu pflegen.

Der absolute Höhepunkt ist sicher der Auftritt des Kinderspiels am Tag des Vogel Gryffs. Bei seinem Besuch im Waisenhaus wird das Spiel der Drei Ehrengesellschaften mit einer kräftigen Suppe verwöhnt, um sich für die Tänze am Nachmittag zu stärken. Nach der Suppe folgt der grosse Auftritt der Kinder. Zweimal tanzen der kleine Leu, Vogel Gryff und Wild Maa vor dem grossen Leu, Vogel Gryff und Wild Maa. Ein Spektakel, dass jedem Spielmitglied das Herz höherschlagen lässt – egal ob vom Kinderspiel oder vom grossen Spiel.

Dominique, heute immer noch als stiller Helfer im Hintergrund aktiv, und Stephan als aktueller «Kischtli-Spielchef» sorgen dafür, dass alle Auftritte perfekt inszeniert werden und reibungslos vonstattengehen. Sie lernen den Kindern die Tanzschritte, erklären ihnen das Brauchtum des Vogel Gryffs und üben geduldig jede Bewegung. Wie beim grossen Spiel stecken unter den Ueli-Kostümen potenzielle Tier-Nachfolger. So gilt es an den Proben nicht nur die aktiven Tiere zu trainieren, sondern auch die Nachfolger auf Kommendes vorzubereiten. Dazu greift der Spielchef immer wieder auf aktive oder ehemalige Tänzer und Tambouren aus dem Spiel der Drei Ehrengesellschaften zurück, die ihm helfen, den Kindern unser herrliches Brauchtum und Ritual möglichst perfekt weiterzugeben.

Kurz vor dem Vogel Gryff findet eine gemeinsame Spielprobe mit allen Spielmitgliedern des grossen Spiels und des «Kischtli-Spiels» statt. Gemeinsam wird geübt und die Vorfreude auf den grossen Kleinbasler Festtag springt von Gross auf Klein über und umgekehrt.

Im «Kischtli-Spiel» sind viele Kinder vereint, die von überallher kommen und unterschiedliche Geschichten erlebt haben. Mit ihrem enormen Engagement leisten Stephan und Dominique nicht nur einen grossen Integrationsbeitrag. Sie vermitteln auch wertvolle Kleinbasler Kultur und schaffen es, die jungen Menschen für unser herrliches Brauchtum zu begeistern. Sie sind es, die unser Brauchtum aktiv weitergeben. Sie sind es, die dafür Sorge tragen, dass auch in Zukunft leuchtende, fröhliche Kinderaugen unser Spektakel verfolgen. Sie vermitteln Kleinbasler Tradition auf spielerische Art und sie schaffen es, die Kinder für einen kurzen Moment in eine andere, mystische Welt mitzunehmen. Wer einmal im «Kischtli-Spiel» aktiv war, wird diese Zeit sicher in seinem ganzen Leben nicht vergessen. Es entstehen daraus Freundschaften, die über die «Kischtli-Zeit» hinausgehen und das ist grossartig.

Ich ziehe meinen Hut vor meinen Spielfreunden Stephan Benz und Dominique Herrmann. Ich bedanke mich bei euch und natürlich auch bei allen stillen Helferinnen und Helfer des Waisenhauses für ihren Einsatz zum Wohl der Kinder und zum Wohl unseres Brauchtums. Den «Kischtli-Bryys 2019» habt ihr – Dominique und Stephan – mehr als verdient. Herzliche Gratulation!

Andreas Lehr
Spielchef der Drei Ehrengesellschaften